00:03
ARD Sounds
00:06
Brasilien, September im Jahr 1987. Es ist bereits spät abends im Zuhause von Devair Alves Ferreira. Das ist ein Name, der für diese Folge extrem wichtig wird. Er ist Schrotthändler und gerade sehr, sehr aufgeregt. Denn vor ein paar Tagen hat er ganz besondere Teile eines Geräts gekauft. Und er kann nicht glauben, was darin jetzt gerade passiert.
00:34
Etwas in dem Gerät hat nämlich begonnen zu leuchten. Ein wunderschönes intensives Blau. Es ist spät, aber Devair ruft trotzdem Freunde und Familie herbei. Eine und einer nach dem anderen kommt auf sein Grundstück. Sie betrachten das geheimnisvolle Leuchten.
00:54
Doch niemand ahnt, dass genau diese faszinierende, tiefneonblaue Farbe schon bald Leben kosten wird.
01:08
Freundinnen und Freunde des Wissens, ich lass es diesmal. Heute gibt's einfach mal kein Gelaber hier vorneweg. Wir gehen direkt rein in eine der mysteriösten Strahlenunfälle der Menschheitsgeschichte. Wir werden klären, wie und warum unser Schrotthändler hier, Devair, überhaupt an die Teile kommt, was darin leuchtet und wieso jeder besser einen weiten Bogen um das alles gemacht hätte. für Kapitel 5, daher auch eine kleine Content-Warnung.
01:41
Das Ganze wird ziemlich tragisch enden. Wie im Intro erwähnt, wird es sogar Leben kosten. Daher bitte seid an der Stelle ehrlich zu euch selbst, ob diese Themen tatsächlich für eure Stimmungslage und für euren Zustand gerade geeignet sind. Also es ist wie gesagt überhaupt nicht schlimm, wenn man mal eine Folge überspringt oder wenn man eine Freundin oder einen Freund anruft und fragt, hey wollen wir die zusammenhören. Das ist alles überhaupt kein Thema. Jetzt aber nichts wie rein. Ihr hört Wissen mit John.
02:12
Kapitel 1 Die Klinik Alles beginnt hier und heute ziemlich positiv. Und ich hoffe, ihr habt euch nicht zu dick angezogen. Denn es sind jetzt hier am Morgen schon 28 Grad. Ich sag mal, wie auf der Landessprache üblich, Bom Dia. Das ist Portugiesisch. Das heißt, wir sind, nee, nicht in Portugal. Es gibt noch einen Ort, wo Portugiesisch gesprochen wird. Richtig, in Brasil. Genauer gesagt, in Goiânia. Das ist eine Stadt mitten im Land, also so richtig zentral, etwa 200 Kilometer von der Hauptstadt Brasilia entfernt.
02:49
Und Anfang der 80er ist Goiânia längst eine pulsierende Metropole. Mehr als 700.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Es gibt bereits erste Hochhäuser, Busse und Autos drängen sich durch die Straßen. Überall wächst die Stadt. Doch es gibt einen Ort. An dem geht alles deutlich ruhiger zu.
03:12
Wir stehen jetzt genau vor diesem und hier sehen wir ein Schild. Auf Portugiesisch steht drauf Instituto Goiano de Radiotherapia. Und ja, auch wenn wir alle wahrscheinlich nicht fließend Portugiesisch sprechen, vielleicht der ein oder andere von euch, aber man kann am Namen schon so ein bisschen erkennen, was hier passiert. Es ist nämlich eine private Strahlentherapie-Klinik für Menschen. So, und wir schauen mal rein.
03:40
Ah, man sieht gerade, wie ein Patient auf einer Liege positioniert wird. Mehrere Geräte sind exakt auf ihn ausgerichtet. Dann verlassen alle Angestellten den Raum. Draußen checkt eine Mitarbeiterin die Zeiten ganz genau. Denn schon ein kleiner Fehler, also eine zu lange Bestrahlung, kann ein riesiges Problem nach sich ziehen. Hier sind auch überall Warnzeichen.
04:06
Piepsen. Ah ok, die Bestrahlung hat also begonnen. Vereinfacht gesagt nutzt man bei dieser Behandlungsform die radioaktiven Kräfte mancher Substanzen, um gezielt die von Krebs befallenen Zellen in einem Körper zu schädigen bzw. sogar abzutöten. Seit 1971 hat die Klinik dafür unter anderem einen sogenannten Cesapan F3000. Das ist ein ganz spezielles medizinisches Gerät. Innen sitzt eine kleine doppelt versiegelte Kapsel.
04:38
Darin ist das chemische Salz Cesiumchlorid, wovon rund 19 Gramm pures, hochradioaktives Cesium-137 sind.
04:49
Eine von vielen radioaktiven Substanzen. Super klein, aber auch super kraftvoll. Die Kapsel, in der es ist, hat gerade mal 5 cm Durchmesser. Das ist kleiner als eine Streichholzpackung. Und für mich persönlich noch ein bisschen verrückter. Das gesamte Celsiumpulver wiegt nur 93 Gramm. Das ist weniger als eine Tafel Schokolade. Und der Vergleich, der wird ganz am Ende der Folge nochmal...
05:17
wirklich mindblown, also wow, krass und auch auf ne tragische Art krass. Aber erstmal zurück in die Klinik. Die Behandlung findet jetzt so statt, denn ihr habt ja gerade schon gecheckt, Cäsium ist unfassbar gefährlich, deswegen ist es auch von Stahl und ner dicken Wand aus Blei umgeben, damit diese hochgefährlichen Strahlen halt nicht einfach so austreten können. Wenn die Behandlung dann beginnt, wird dieser Schutz geöffnet, sehr dosiert, also ganz genau auf bestimmte Stellen des Körpers fokussiert.
05:49
So versucht man dann zu gewährleisten, dass eben nur die Bereiche getroffen werden, die getroffen werden sollen. Also dass da halt eben die Zellen absterben. Weil ihr merkt schon, Cäsium, wenn das Krebszellen absterben lassen kann, dann funktioniert das auch mit allen anderen Zellen. Also da muss man ganz, ganz vorsichtig sein. Und an der Stelle erkläre ich euch wieder, warum ein ganz bestimmtes Jahr besonders wichtig für diesen Unfall dieser Folge wird. Und zwar das Jahr 1985. Denn das ist der Zeitpunkt, an dem die Klinik geschlossen wird.
06:21
Warum ist eine längere Geschichte? Das Grundstück, auf dem sie steht, gehört eigentlich nicht der Klinik. Dann haben die Ärztinnen und Ärzte, die da praktizieren, ein Versprechen gebrochen, was sie eigentlich halten wollten. Und dann gab es ganz viel hin und her. Und am Ende hat der Richterhammer dazu geführt, dass eine Räumungsklage in Kraft gesetzt wurde. Die Klinik muss also ausziehen. Und das passiert alles immer noch im selben Jahr, also 1985. Weil sie haben neue Räumlichkeiten gefunden.
06:51
Auch in Goyania, also wieder im gleichen Ort, in der gleichen Stadt. Daher können sie ziemlich direkt nach der Klage auch wirklich anfangen zu räumen. Also das Gelände, die Dächer, Fenster, Tore, das alles. Ein Großteil davon wird einfach direkt entfernt. Und als der Umzug fast abgeschlossen ist, passiert etwas, das diese Folge hier überhaupt erst ermöglicht. Denn plötzlich meldet sich das Gericht wieder und verhängt einen Räumungsstopp. Also nachdem sie erst gesagt haben, hier schön raus und alle weg, sagen sie auf einmal, nee, jetzt kurz damit aufhören.
07:24
Weil sie wollen das Gelände bewerten lassen, also um zu checken, wie viel ist es wert, was kann man da alles vielleicht noch mitnehmen, was nicht. Und dazu sollen die Arbeiten auf dem Gelände aufhören. Die Klinik muss an dem Zeitpunkt also alles, was noch auf dem Gelände ist, auch dort lassen. Und dadurch ergibt sich ein großes Problem. Denn ein ganz bestimmter Raum kann so nicht ausgeräumt werden. Es ist so gut wie der einzige. Und in ihm, ihr ahnt es vielleicht, steht der Cesapan F3000.
07:58
Also das Gerät mit dem Cesium drin, das die Strahlen rausschickt, womit die Krebsbehandlung stattfindet. Genau dieses Gerät bleibt also auf dem Gelände. Und fast zwei Jahre lang passiert dann eigentlich so gut wie nichts. Bis zum 13. September 1987. Kapitel 2. Der Raub.
08:24
Wieder ist es dunkel in Goiania. Eine Sonntagnacht wie viele zuvor.
08:30
Doch heute wird sich etwas ändern.
08:33
Das ehemalige Klinikgebäude ist mittlerweile sowas wie ein Lost Place geworden. Die Natur hat ihn sich zurückerobert. Überall wachsen Büsche, Unkraut, kleinere Pflanzen. Die Fenster fehlen, es liegen überall Trümmer herum.
08:47
Sonst ist es eigentlich nicht auffällig. Es ist auch eine eigentlich sehr stille Nacht. Doch dann plötzlich Schritte. Es sind zwei Männer. Sie gehen vorsichtig, denn sie wissen, dass eigentlich ein Wachmann vor der Klinik ist. Einfach um aufzupassen, dass niemand reingeht. Doch er scheint heute nicht da zu sein. Perfekt für die beiden Männer. Sie betreten die Klinik, sind auf der Suche nach metallischen Überresten, die sie dann weiterverkaufen können.
09:20
Sie wissen, dass es eine alte Privatklinik ist und das klingt schon mal vielversprechend. Doch ein Raum nach dem anderen, den sie betreten, ist leer. Als sie ihre Suche gerade einstellen wollen und ich weiß, ihr ahnt, was passiert, finden sie den einen Raum, der nicht geräumt wurde.
09:41
Natürlich fällt ihnen sofort das auf, was mittendrin steht. Der Cezapan. Die Männer trauen ihren Augen kaum. Das Bestrahlungsgerät wirkt mächtig. Es ist eine tonnenschwere Apparatur. Mitten im Zimmer. Vor allem der massive Strahlenkopf aus Edelstahl und Blei. Der könnte richtig Geld bringen, denken sie sich. Sie wissen an der Stelle natürlich nichts von dem, was tief im Inneren schlummert. Das Cäsium. Daher beginnen Sie mit einfachen Werkzeugen, die schwersten Teile des Geräts, vor allem den Strahlenkopf abzubauen.
10:15
Es dauert Stunden. Dann haben Sie eine komplette Schubkarre mit etwa 120 Kilogramm Metall vollgeladen. Für die beiden ein echt guter Fund, der wirklich bisschen Kohle bringen könnte. In den nächsten Tagen versuchen sie es dann immer wieder, das massive Metall noch weiter auseinander zu nehmen, denn dann kann man es besser weiterverkaufen. Vor allem der Kern, also diese Kapsel, der scheint einfach nicht aufgehen zu wollen.
10:43
Sie probieren es mit Hammer, Schraubenzieher, mit roher Gewalt. Doch nichts funktioniert. Und das ist eigentlich auch gut so. Denn die Konstruktion ist ja dafür gebaut, das Cesiumpulver daran zu hindern, auszutreten. Es ist sogar doppelt versiegelt. Doch an der Stelle kommt es, wie es kommen muss. Bei einem besonders harten Schlag mit einem der Schraubenzieher, zack, durchdringt einer der beiden Männer tatsächlich das Metall der Kapsel.
11:14
Und es wird an der Stelle noch katastrophaler. Als Sie reingucken, sehen Sie eine Art Sand. Also auf den ersten Blick, bei Tageslicht könnte man vermuten, dass das etwas sehr Wertvolles sein könnte. Also probieren Sie mit allen Gegenständen, die Sie haben, da ranzukommen. Nach etwas Arbeit kommen Sie tatsächlich an das Pulver, also an das Cäsium. Zunächst denken Sie, es könnte vielleicht Schießpulver sein. Also versuchen Sie es anzuzünden. Doch nichts passiert. Und während sie so daran herumwerkeln, klingelt plötzlich das Telefon.
11:47
Es ist tatsächlich ein Interessent, der von dem spannenden Edelstahl- und Metallteilen mitbekommen hat. Er möchte sie kaufen. Und ihr ahnt es vielleicht auch an der Stelle. Es ist unser Schrotthändler von ganz am Anfang, wo ich sagte, der Name wird noch sehr wichtig. Devaillier Ferreira. Die Männer verkaufen ihm danach die Metallteile. Sie haben das Gefühl, mit dem Pulver ist nichts weiteres anzustellen. Ferreira wiederum hat die Hoffnung, dass er die Teile noch weiter zerlegen könnte und dass irgendwie das Rätsel des Pulvers gelöst wird.
12:20
Tagsüber kommt dann die Schubladenladung auf seinen Hof. Er lagert das Ganze draußen. Und wie gesagt, als die Sonne noch am Himmel steht, wirkt alles relativ normal. Doch dann wird es wieder dunkel.
12:35
Ferreira dreht an diesem Abend nochmal eine Runde über seinen Schrottplatz, als er plötzlich aus der Ferne ein blaues Schimmern wahrnimmt.
12:45
Er geht näher ran. Es kommt direkt aus den neuen Metallteilen, die er heute von den beiden Männern abgekauft hat. Er bleibt eine Weile davor stehen. Hier aus der Nähe ist das blaue Leuchten nochmal viel intensiver. Es strahlt ihn, im wahrsten Sinne des Wortes, an. Mitten aus der beschädigten Kapsel. Ferreira muss sogar seine Augen so ein Stück zukneifen. So hell ist es. Und für ihn auch genauso wunderschön. Er hält das Leuchten für magisch.
13:16
Voller Begeisterung nimmt er die Kapsel mit in sein Haus.
13:27
Bevor wir erklären, was Ferreira als nächstes mit dem leuchtenden Stoff macht, frieren wir mal ganz kurz die Zeit ein.
13:34
Wir müssen nämlich an der Stelle einmal ganz kurz erklären, wo das mysteriöse Leuchten eigentlich herkommt und was es so gefährlich macht. Dazu ziehen wir einmal unseren Schutzanzug und auch eine Atemmaske an.
13:47
So, wir sind jetzt vollkommen abgeschirmt von der Außenwelt. Also nichts berührt direkt das Material, das wir uns jetzt schon mit in die Hand genommen haben. Es ist ein blau leuchtender Sand. Also anders kann man das echt nicht nennen. Wir streuen ihn mal auf den Tisch vor uns. Und ja, das, meine lieben Wissensfreunde, ist das Cäsium-137. Es selbst leuchtet eigentlich gar nicht blau. Das... Ja, das Leuchten, das entsteht durch einen sehr, sehr komplexen Prozess.
14:19
Ich versuche es mal so einfach wie möglich zu erklären. Cäsium 137, also diese 137 ist eine ganz spezielle Form von Cäsium, ein besonderes Isotop, sagt man auch, habt ihr vielleicht in Chemie schon mal gehört. Und diese ganz besondere Cesiumform ist instabil. Das bedeutet, sein Atomkern besitzt viel zu viel Energie. Das kann man sich so ein bisschen wie ein Kreisel vorstellen, der sich immer, immer schneller dreht und dreht und dreht und dreht.
14:52
Und wenn man jetzt nicht von dem Teile nehmen würde, also ihn langsamer machen würde, dann würde der irgendwann einfach explodieren. Damit das in diesem 137er Cäsium nicht passiert, muss Druck raus. Das passiert, indem in dem Cäsium ständig kleine Teilchen überladen und rausgefeuert werden. Das extrem schnell und extrem oft. 50 Billionen.
15:20
Nur kurz um das vorzustellen, eine Billion sind 1000 Milliarden, eine Milliarde ist 1000 Millionen, also 50 Billionen, das ist schon wirklich jede Menge. 50 Billionen Cäsiumkerne pro Sekunde zerfallen auf diese Art und Weise. Und wenn diese jetzt so rausgeschossen werden auf Luft, Stickstoff und andere Elemente treffen, dann wandelt sich ein Teil der Energie in dieses Leuchten um. Und es ist blau, weil dieser Teil des Spektrums an der Stelle quasi bedient wird, sodass wir es als blau sehen.
15:54
Ha, ich hoffe, das war jetzt nicht zu kompliziert. Jetzt kommt noch was ganz Einfaches, denn ein Foto dieses Cesium-Lichts findet ihr in den Shownotes. Es sieht wirklich schön aus, wenn man das so sieht. Und genau da liegt auch die Gefahr unserer Geschichte. Denn bei diesen extrem energiereichen Vorgängen, die ja auch dazu genutzt werden, um Krebszellen absterben zu lassen, ja, da entsteht eben genau diese Gammastrahlung.
16:23
Das Leuchten ist also eigentlich sowas wie ein Warnzeichen. So nach dem Motto, Achtung, hier fliegt gerade unsichtbare Energie mit brutaler Wucht durch die Luft. Das wissen wir alles heute, aber leider nicht unser Schrotthändler Ferrer. Wir springen mal zurück zu ihm.
16:44
Er hat mittlerweile seinem kompletten Umfeld von dem magischen Sand erzählt. Freundinnen, Freunde, Nachbarn, Verwandte, sie alle kommen vorbei, um das geheimnisvolle Licht mit eigenen Augen zu sehen. Jetzt muss man dazu auch noch sagen, dass Brasilien damals und auch zu großen Teilen heute noch ist, sehr religiös geprägt und viele der Menschen in Ferreras Umfeld denken, dass es etwas Magisches, etwas von oben göttlich Gesandtes ist und jeder, der in Berührung oder halt nur in die Nähe des blauen Lichts kommt, soll Glück erfahren.
17:19
Das ist ein unfassbar beklemmender Gedanke, vor allem wenn wir heute ja wissen, wie das blaue Leuchten tatsächlich zustande kommt, wie gefährlich das Cäsium ist und was dann passiert, weiß jemand, der auf medizinischer Ebene, damals in den Fall, in Goianya verwickelt ist. Sein Name, Dr. Nelson Valverde. Und er schildert, was sich im Haus des Schrotthändlers in den Tagen danach abspielt.
17:45
Small fragments of the source were taken, were rubbed on the skin, were given to other people as souvenirs.
17:56
Dr. Valverde erklärt, dass sich manche Teile des Cesiums sogar auf die Haut reiben. Ferreira verschenkt außerdem kleinere Mengen an die Menschen, quasi als Souvenir oder Glücksbringer. Und so nimmt die Katastrophe ihren Lauf. Kapitel 4 Der Moment der Wahrheit Zuerst entwickelt es sich langsam. Die beiden Männer, die den Strahlenkopf aus der Klinik geholt haben, bekommen als erstes Symptome. Sie müssen sich übergeben, bekommen schwere Magendarmprobleme, ihre Hände schwellen an und man sieht teils schwere Verbrennung.
18:35
Dann geht es weiter zu den bekannten Ferreras. Einer von ihnen entdeckt an seinem Oberschenkel ebenfalls eine heftige Verletzung. Was er nicht weiß, sie wurde ausgelöst, nachdem er etwas von dem blauen Sand in die Hosentasche gepackt hatte. Immer mehr Menschen schildern Symptome, Schwindel, Schwellungen, Erbrechen, Kreislaufprobleme, teils auch schwere Veränderungen am Körper. So auch die Frau des Schrotthändlers, Maria Ferreira. Sie wird krank.
19:03
Weitere Menschen aus dem Umfeld zeigen ähnliche Beschwerden. Doch niemand damals denkt an Radioaktivität. Die ersten Ärztinnen und Ärzte vermuten unter anderem verdorbene Lebensmittel oder eine allergische Reaktion. Andere denken auch an eine Art Reisekrankheit. Ein Betroffener wird sogar in ein Krankenhaus für Tropenerkrankungen verlegt. Und währenddessen verteilt sich der wahre Übeltäter, das Cäsium, immer weiter in der Stadt. Auf ziemlich heftige Art und Weise.
19:34
Denn Cäsium 137 kann von verstrahlten Menschen auch danach über den Schweiß ausgeschieden und somit weitergegeben werden. Zum Beispiel beim direkten Körperkontakt zu anderen. Es dauert ganze 15 Tage. Am 28. September 1987 erkennt endlich jemand den Zusammenhang. Und es ist Maria. Ferreira, die mittlerweile auch erkrankte Frau des Schrotthändlers.
20:05
Seit Tagen beobachtet sie, wie immer mehr Menschen aus ihrem Umfeld krank werden. Es sind genau die, die das blau leuchtende Material gesehen oder sogar berührt haben.
20:17
Also packt sie die Kapsel in eine Plastiktüte. Sie steigt danach in einen öffentlichen Linienbus und fährt direkt zur Gesundheitsbehörde. Dort angekommen, übergibt sie die Plastiktüte einem Arzt und dem kommt sofort alles sehr sehr seltsam vor. Er legt die Kapsel vorsichtig nicht in das Gebäude, sondern in den Hinterhof auf einen Stuhl und ruft einen medizinischen Physiker an.
20:44
Am nächsten Morgen beginnt dieser dann mit der Analyse. In der Hand hat er einen Geigerzähler, also ein Messgerät für radioaktive Strahlung. Dann passiert etwas für ihn Eigenartiges. Schon als er sich dem Stuhl, eigentlich noch mehrere Meter entfernt, nur ganz leicht nähert, kommen kleine Piepser aus dem Gerät. Und diese werden immer schneller und intensiver, umso näher er an die kleine Kapsel kommt. Das Gerät fängt an zu eskalieren.
21:14
Er misst unglaublich hohe Strahlenwerte. Doch zunächst hält er sie für Quatsch. Also diesen ganzen Test, den er hier gerade macht, den macht er eigentlich nur, um auf Nummer sicher zu gehen. Er hat eigentlich überhaupt keinen Gedanken daran, dass es tatsächlich etwas Radioaktives sein könnte. Er holt einen zweiten Geigerzähler und auch dieser misst unfassbar intensive Strahlung. Für den Physiker ist es der finale Beweis. Tatsächlich, das hier ist ein offenes radioaktives Gefäß.
21:44
Sofort rennt er los. Er weiß, dass er selbst gerade heftiger Strahlung ausgesetzt gewesen sein muss. Er ruft Polizei, Feuerwehr und Vertreter des Staates an. Innerhalb weniger Stunden wird das gesamte Gebäude plus die umliegenden Straßen um die Klinik Die Meldung rast durch die Stadt. Mitten in Goiania befindet sich eine offene radioaktive Quelle. Sofort beginnt eine der außergewöhnlichsten Kontaminationsuntersuchungen, die es jemals gegeben hat. Also das ist quasi eine Prüfung, wer alles radioaktiv verseucht ist.
22:19
Mit Lautsprecherdurchsagen, im Fernsehen und auch im Radio wird den Menschen von Goiania befohlen, ins Olympiastadion zu kommen. Es ist der einzige Ort mit genug Platz, um sehr, sehr viele Menschen gleichzeitig zu untersuchen. Über 100.000 Personen strömen in den nächsten Wochen ins Stadion und werden untersucht. Kapitel 5 Die traurige Bilanz Ende Dezember 1987 lässt sich dann in Zahlen fassen, was die vergangenen Monate in Goyania passiert ist.
22:56
249 Menschen wurden radioaktiv verseucht, 129 davon schwer, also mehr als die Hälfte von ihnen. Die am schlimmsten Betroffenen werden sofort in Spezialkliniken gebracht und darunter ist auch ein, boah, ein besonders tragischer Fall.
23:14
Dazu müssen wir zeitlich noch einmal ganz kurz in die Woche springen, nachdem der Schrotthändler das blaue Leuchten entdeckt hat, also als er ganz vielen Freunden, Freundinnen, Bekannten, Familienmitgliedern es zeigen möchte. Beim Abendessen sitzt Familie Ferreira damals zusammen. Auf dem Tisch zwischen den Tellern liegen die kleinen blau leuchtenden Körnchen. Das Licht ist gedimmt, damit sie ihr Strahlen zeigen können. Niemand weiß, wie unfassbar gefährlich sie sind und...
23:42
Leute, das ist so schlimm, denn besonders fasziniert von diesem Leuchten ist die damals sechsjährige Lide das Neves. Sie ist die Nichte des Schrotthändlers. Immer wieder nimmt sie die Körner bei dem Abendessen in die Hand, spielt damit, reibt sie sich auf die Arme, dann greift sie zum Essen. Und so gelingt das Cesium-137 sogar direkt in ihren Körper.
24:08
Ein Monat später verliert sie ihr Leben. Am selben Tag wie auch Maria, die Frau von Schrotthändler-Devair. In ihrem Körper wird eine extreme Strahlendosis gemessen. Sie weist einen Wert von 5,7 Grey auf. Das ist eine Einheit, in der Strahlenbelastung eben wahrgenommen wird und ab einem Wert Von 1 Grey werden Stammzellen im Knochenmark bereits beschädigt. Ab einem Wert von 3 bis 4 beginnt dann ein massenhaftes, vollständiges Absterben des Knochenmarks.
24:44
Also das bedeutet, der Körper kann dann keine neuen roten und auch keine neuen weißen Blutkörperchen mehr produzieren. Damit sind dann Sauerstofftransport, Immunabwehr und auch noch weitere, völlig wichtige Funktionsweisen des Körpers essentiell gestört.
25:01
Nach den Mitgliedern der Familie Ferreira erwischt es ein paar Tage später auch noch zwei weitere Menschen. Und zwar die Schrottplatz-Mitarbeiter von Devair. Auch sie sterben. Für die behandelnden Ärztinnen und Ärzte, vor allem in den Spezialkliniken, ist das Schicksal der beiden Männer, die das Gerät ja überhaupt erst aus der verlassenen Klinik geklaut haben, sehr überraschend.
25:25
Sie sind ja extremer Strahlung ausgesetzt. Sie erleiden auch teils schwere Verletzungen. Einer verliert sogar seinen Unterarm. Aber beide überleben. Ähnlich medizinisch auffällig, vielleicht sogar noch mehr, ist dann auch der Fall von Deva Ir. Ferreira selbst, also dem Schrotthändler. Der hat ja sehr, sehr intensiven, direkten Kontakt mit dem Material. Und in seinem Körper wird auch eine Strahlendosis von 7 Grey gemessen.
25:55
Überlebt er. Viele sprechen von einem medizinischen Wunder. Aber dieses körperliche Überleben bezahlt Devair mit einem sehr, sehr hohen mentalen Preis. Denn er verkraftet das Erlebte nie. Devair gibt sich die alleinige Schuld an der Katastrophe, obwohl er ja gar nicht wusste, was das blaue Leuchten bedeutet. Dennoch beginnen auch Teile der Bevölkerung von Goyania ihn zu meiden.
26:26
Er wird teils schwer angefeindet. Dazu werden sein Haus und auch sein Hof wegen der hohen Strahlenwerte abgerissen. Devair verfällt vor allem auch wegen des Todes seiner Nichte und seiner Frau in eine schwere Depression. Er beginnt extrem viel Alkohol zu trinken. So viel, dass er sieben Jahre später an Leberversagen stirbt.
26:50
Und sein Haus ist nicht das einzige, welches abgerissen wird. Auf allen Grundstücken von Erkrankten werden die Strahlenwerte gemessen. Manche Häuser können gereinigt, aber andere müssen auch dem Erdboden gleichgemacht werden. Für die Menschen, die dann so plötzlich obdachlos geworden sind, baut der Staat neue Sozialwohnungen, oft in ganz anderen Gebieten Goianias. Auch juristisch bleibt die Katastrophe nicht folgenlos.
27:14
Verantwortliche der früheren Strahlenklinik werden später verurteilt, weil die Quelle, also das Gerät und das Cesium, beim Umzug weder entfernt noch gemeldet oder sicher übergeben worden war. Es ist ein längeres Gerichtsverfahren, doch 1992, also fünf Jahre später, werden die Mitbegründer des Instituts sowie ein Physiker, der für Strahlenschutz zuständig war, sie alle werden wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung verurteilt. Sie bekommen eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und zwei Monaten.
27:48
Ein sehr, sehr schwacher Trost für das Unheil, das in Goiania angerichtet wurde.
27:59
1987 bleibt in einer verlassenen Strahlentherapie-Klinik in Goiania ein altes Gerät mit hochradioaktivem Cesium-137 zurück. Eigentlich wird das leerstehende Gebäude danach sogar von einem Security-Mitarbeiter bewacht, doch als an einem Abend zwei Schrottsammler einbrechen, um verwertbare Teile zu suchen, schwänzt er gerade seine Schicht, um mit seiner Familie ins Kino zu gehen. Das Ganze hat fatale Folgen. Die beiden entwenden den massiven Strahlenkopf aus Edelstahlblei und eben aus der Kapsel, in der sich das Cäsium befindet.
28:34
Als sie dies dann alles an einen Schrotthändler weiterverkaufen und dieser in der Kapsel ein blau leuchtendes Pulver entdeckt, beginnt die Katastrophe. Devair, der Schrotthändler, ist nämlich so fasziniert, dass er beginnt, Freunde und Verwandte einzuladen. Viele von ihnen kommen vorbei, berühren das Pulver, nehmen teilweise sogar davon etwas mit nach Hause. Erst als dann immer mehr Menschen schwer erkranken, erkennt seine Frau Maria den Zusammenhang.
29:01
Da ist es leider bereits zu spät. Sie verstirbt, genauso wie die erst sechsjährige Nichte und zwei weitere Menschen. In den nachfolgenden Wochen werden mehr als 110.000 weitere Personen untersucht. Knapp 250 gelten als radioaktiv kontaminiert. Mindestens 60 von ihnen sterben laut der Opferverbände an den Langzeitfolgen.
29:23
Die Häuser, viele von ihnen werden danach sogar abgerissen, weil teilweise radioaktives Material bis tief in den Erdboden eingesickert ist. Es entstehen auf diese Art und Weise knapp 6000 Tonnen radioaktiver Abfall. Das muss man sich mal kurz vorstellen. 6000 Tonnen, alles ausgelöst durch nicht einmal 100 Gramm Cesiumchlorid. Auch heute haben viele Goyanier übrigens noch große Angst vor der Substanz und ihrer Wirkung. Doch Didier Luvar weiß, dass das eigentlich nicht mehr nötig ist.
29:56
Er ist renommierter Nuklearexperte.
29:59
Und er hält fest, dass die Bevölkerung und die Umwelt besser beschädigt sind als 20 Jahre.
30:08
Die Bevölkerung und die Umwelt seien deutlich besser geschützt als damals. Die Reste des Cäsiums lagern nämlich gut 20 Kilometer von Goyania entfernt in unterirdischen Fässern.
30:24
Ich habe irgendwie so das Gefühl, das ist mein Standardgeräusch geworden, wenn wir hier aus einer Folge kommen. Aber die war auch schon wieder so ein, boah Leute, wie tragisch. Vor allem, dass Ferreira sich selbst die Schuld an all dem gibt, obwohl er ja eigentlich gar nicht wissen konnte, wie gefährlich die Substanz ist.
30:42
Wirklich eine krasse Story. Und an der Stelle einmal zur Abwechslung ganz liebe Grüße an meine besten Freunde. Die haben nämlich das Thema vorgeschlagen jetzt vor ein paar Wochen, als wir gemeinsam über ein Wochenende weggefahren sind. Das war ein sehr, sehr spannender Vorschlag. Dankeschön. Stellt gern alle eure Fragen zu dem Fall. Das dann nächste Woche in Folge 99. Und ja Leute, das ist natürlich ein kleiner Wink mit dem Zaunfall, denn wir wissen mittlerweile, was wir in Folge 100 machen werden.
31:16
Ihr habt ne Abstimmung gehabt, aber dazu gleich mehr. Jetzt erstmal alles dazu, was ihr letzte Woche zu Pablo Escobar wissen wolltet. Das war ein Cliffhanger, wa? Okay, Frage 1. Die kam von, ach du meine Güte, von so vielen von euch, unter anderem von Cati und Leona. Und zwar, was eigentlich mit der Familie Escobars nach seinem Tod passiert ist. Und das ist ganz schön komplex. Also... Erstmal sind sie direkt nach seinem Tod nach Argentinien geflüchtet, haben da andere Namen angenommen und jahrelang verdeckt gelebt, weil sie Angst vor Racheaktionen hatten.
31:53
Aus Deutschland ist langfristig nämlich nichts geworden, vor allem, weil das deutsche Bundesinnenministerium zu viel Angst hatte, dass ein Drogenkrieg ausbrechen könnte. Heute arbeitet Pablos Sohn übrigens erfolgreich als Architekt und Buchautor, während die Mutter als Coach und Rednerin tätig ist. Escobars Milliarden, das ganze Geld, was er verdient hat, mussten übrigens restlos abgegeben werden. Zum Teil wurde das Geld beschlagnahmt und auch ein weiterer, sehr, sehr, sehr großer Anteil ging an die Los Pepes, also an die, die quasi Rache wollten für alles, was Escobar ihnen angetan hat.
32:32
Sie wiederum haben gedroht, dass wenn sie das Geld nicht bekommen, dass wiederum Escobars Umfeld mit, vorsichtig gesagt, Gewalt rechnen muss. Deswegen haben sie das abgegeben.
32:43
Frage 2 ist von, ja... Qualet? Qualet? Klingt auch wie ein chemisches Element. Qualet. Hallo, liebes Wismar-Johnny-Team. Wieder mal eine sehr geile Folge. Danke, Qualet. Sehr geiles chemisches Element bist du. Wieso war aber Deutschland für Pablo Escobar so interessant? Und das ist eine sehr, sehr spannende Frage, die einfach erklärt werden kann. Deutschland ist für Escobars Familie damals einfach ein stabiler, sicherer Staat.
33:15
Dazu gibt es kein Auslieferungsabkommen. Also wenn er da festgenommen werden würde, müsste er nicht zurück nach Kolumbien. Und es ist einfach weit genug weg, um vor den Racheaktionen der Los Pepes sicher zu sein. Das waren so die Hauptgründe. Frage 3 ist von Lanik2012. Warum steht auf Escobars Polizeifoto eigentlich Cartel Otto Judical Medellin?
33:40
Sehr gut aufgepasst. Das steht damals tatsächlich auf allen, naja, diesen Schildern, die Kriminelle in der Hand haben. Und da geht es nicht um den Namen, was viele irgendwie dachten, so hieß der eigentlich wirklich so. Nein, da geht es um den Ort der Verhaftung. Übersetzt bedeutet das das Gefängnis des Justizbezirks Medellin. Und der persönliche Aspekt kommt danach mit seiner Gefangenennummer. Die sieht man da auch auf dem Foto 128 482.
34:07
Das habe ich ganz komisch gesagt, oder? Ich finde es ganz komisch, wenn Menschen so Zahlen sagen. Einfach, es ist 128482. Kennt ihr Leute, die ihre Handynummer so durchgeben? Ja, das ist 0172 4009 38 Pi. Völliger Quatsch.
34:25
Frage 4. Geile Folge, schreibt Gandalf. Die Frage, wie viel Geld hat die Suche nach Escobar eigentlich gekostet? Und das ist extrem schwer zu sagen. Es waren ja über viele Jahre unterschiedlichste Spezialeinheiten, unterschiedlichste Länder auf ihn angesetzt. Was wir aber wissen, ist, dass kurz vor seinem Tod Kopfgeld auf ihn ausgesetzt war in Höhe von ca. 6,2 Millionen US-Dollar. Das ist ein ordentliches Kopfgeld. Das bedeutet, jemand will wirklich unbedingt, dass du gefunden wirst.
34:56
Und die letzte Frage für heute ist von Amy. Hey Johnny, ich habe in einem anderen Podcast mal gehört, dass Griselda Blanco auch entscheidend für den Untergang Escobas war. Könntest du das vielleicht nochmal erklären? Und ja, also... Erstmal ja, das ist ein sehr wichtiger Name. Entscheidend für Escobas Untergang ist sie aber nicht. Also kurz zur Erklärung. Griselda Blanco ist eine sehr, sehr komplexe Geschichte in der Rolle oder im Leben von Escobar.
35:27
Sie war mal seine Geschäftspartnerin, dann wurde sie zur Kontrahentin durch einen Streit. Aber für seinen Untergang ist sie nicht verantwortlich. Sie haben sich immer gegenseitig respektiert. Das ist der eine Grund. Und der andere, warum sie gar nichts damit zu tun haben kann, ist, dass sie während der entscheidenden Suche nach Escobar schon sehr, sehr lange selbst in einem US-Gefängnis sitzt. Also sie ist damals hinter Gittern. Sie kann gar nicht viel machen. Und das in einem richtigen Gefängnis.
35:55
So, und bevor es jetzt zur Umfrage für Folge 99 geht, natürlich hier kurz die Auflösung für den Cliffhanger. Also ihr konntet im WhatsApp-Kanal abstimmen, ob ihr entweder in Folge 100 eine Zusammenfassung der Menschheitsgeschichte hören wollt oder... meine persönliche Story, also alles, was in meinem Leben passiert ist, sodass es dann am Ende zu diesem Podcast hier kam. Und ihr habt euch tatsächlich für meine Geschichte entschieden, was ich irgendwie super, super sweet auch von euch finde.
36:27
Es waren so unfassbar viele, die bei der Abstimmung mitgemacht haben. Daher habe ich hier zwei extrem wichtige Dinge für euch. Und zwar könnt ihr unter diese Folge nicht nur alle eure Fragen stellen, die ihr zum Goiania-Unfall habt, sondern auch alles, was ihr gerne von mir wissen wollen würdet. Weil ich werde euch wieder in Folge 100 einbauen und das ganz schön viel. Also überall, wo ich das Gefühl habe, die Frage, die würde ich noch beantworten. Die kommen alle in die Folge mit rein. Es wird auch wahrscheinlich eine Tick längere Episode sein.
36:59
werden. Daher schickt mir gern alles und zwar nicht nur schriftlich, sondern extrem gerne auch eure Sprachnachrichten. Ihr habt es ja schon mal gehört in Folge 90, da waren Teile der Community, also wirklich von euch Wissensfreunden hier zu hören. Und so wird es jetzt dann bei Folge 100 auch werden. Also wenn ihr eine Frage habt und ihr euch traut, also das ist natürlich auch Voraussetzung, ist überhaupt keine Pflicht, dann könnt ihr sehr, sehr gerne auch eure Fragen per Sprachnachricht und zwar als E-Mail an kontakt.wissenmitjohnny.de schicken.
37:31
Da würde ich mich auch sehr, sehr freuen, einige von euch in der Folge zu hören. Das wird richtig, richtig, richtig, richtig cool. Da freue ich mich drauf. So, und dann ja natürlich als zweites hier noch die Abstimmung zu Folge 99, weil die kommt ja noch eine Woche vor der 100. Als Themen haben wir heute mit dabei. Natürlich wieder Puma vs. Adidas, muss ich mir nicht einmal erklären. Ist auf Platz 2 gelandet, daher erneut in der Abstimmung. Dann haben wir erneut den Kolonialismus. Das haben immer ganz viele von euch geschrieben. Davon möchte ich gerne eine eigene Folge haben.
38:03
Aber dann stimmt ihr nicht dafür ab. Da muss ich manchmal mit euch mal ein bisschen schimpfen. Aber mal gucken, wie es jetzt hier weitergeht. Also Kolonialismus muss ich nicht erklären, also europäische Mächte, die große Teile der Welt erobert haben und damit auch die Geschichte bis heute geprägt und das nicht nur auf positive Art und Weise, also vor allem nicht auf positive. Dann als drittes, ich glaube, das ist vielleicht so ein bisschen mein Lieblingsthema und zwar der Pluto. Das ist ja ein Planet, der dann irgendwann doch keiner mehr ist und der ist unfassbar besonders. Also da könnte man eine Folge füllen. Als Viertes haben wir den Wilden Westen.
38:36
Wir könnten mal der Frage nachgehen, was wirklich hinter Cowboys, Revolverhelden und dem Mythos von Wild West, was da alles so hinter steckt. Als Vorletztes die Samurai. Das sind ja die legendären Krieger Japans, die ebenfalls die Kultur des Landes mit ihrem strengen Kodex sogar bis heute prägen. Und als Letztes der Kontergan-Skandal. Damals wird ein eigentlich vermeintlich harmloses Medikament an sehr, sehr viele Menschen verabreicht und das löst eine der größten Arzneimittelkatastrophen der Geschichte aus.
39:09
Boah, ich bin unglaublich gespannt. Nicht nur auf eure Abstimmung zur 99, sondern auch auf alle eure Fragen zu Folge 100. Das wird wirklich cool. Nochmal die E-Mail-Adresse. Ich fühle mich wie bei so einer Shopping-Sendung im Fernsehen.
39:21
Wissen, nee, Moment, stopp, nochmal neu. Sorry. Kontakt at wissenmitjohnny.de Da gerne hinschicken. Ich freue mich ganz, ganz doll drauf. Verbleibe natürlich wie immer mit ganz viel Liebe an euch alle. Crazy, wir sind fast bei Folge 100 angekommen. Das ist extrem cool. Und wisst ihr, was ihr machen müsst? Wenn ihr weniger Wissen haben, also weniger schlau sein wollt, naja, dann entfolgt uns.
39:49
Fritz ist eine Produktion des rbb.